Tapinoma magnum, Vespa velutina & Co. Städtisches Monitoring invasiver gebietsfremder Tierarten (Neozoen)

Derzeit steht die Bewohnerschaft am Hasenbuck vor einer Herausforderung der besonderen Art. Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum), die in Deutschland erstmalig 2009 nachgewiesen worden ist, breitet sich in Form von Superkolonien aus. Sie unterhöhlt Pflasterflächen, Terrassen und Treppenanlagen, bedroht elektrische Infrastruktur wie Schaltschränke oder Verteileranlagen und dringt bis in Wohnhäuser vor.

Dabei hängt die Verbreitung der Großen Drüsenameise in Mitteleuropa unmittelbar mit dem Klimawandel zusammen, weil mildere Winter und längere warme Perioden im Frühjahr die Überlebens- und Vermehrungschancen der Ameisen erhöhen. Ihre weitläufigen Superkolonien lassen sich nur mit koordinierten, großflächigen Maßnahmen wirksam bekämpfen.

Während Tapinoma magnum in Nürnberg bereits nachgewiesen ist, steht das Auftreten einer weiteren invasiven Tierart auf dem Stadtgebiet kurz bevor. Ein Primärnest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) wurde kürzlich im Landkreis Fürth gesichtet. Auch sie ist ein Profiteur des Klimawandels und stellt einen zusätzlichen Stressfaktor für den Fortbestand heimischer Bienenarten und insbesondere der Honigbiene dar, da sie die schon bestehenden Belastungen durch Lebensraumverlust, Nahrungsknappheit, Pestizide und Krankheiten verstärkt.

Die Vespa velutina ist im Vergleich zu heimischen Hornissen äußerst aggressiv und mit konventioneller Schutzausrüstung nicht zu bekämpfen, weil sie über einen längeren Stachel verfügt und zudem Gift in die Augen verspritzen kann. Durch die Jagd auf Honigbienen und andere Bestäuber kann sie die Bestäubungsleistung insgesamt beeinträchtigen und sich auch negativ auf die Landwirtschaft auswirken.

Invasive gebietsfremde Tierarten können lokale Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen und die heimische Biodiversität gefährden. Sie verdrängen einheimische Arten und verursachen wirtschaftliche Schäden, die mit erheblichen Folgekosten verbunden sind. Ihre Bekämpfung dient nicht nur dem Natur- und Artenschutz, sondern ist – insbesondere im Fall der Asiatischen Hornisse oder der Asiatischen Tigermücke – auch eine Frage des Bevölkerungsschutzes und trägt zur Gefahrenabwehr bei.

Wir stellen daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

  • Die Verwaltung legt dar, inwieweit in der Stadt ein Monitoring zur Erfassung und Bewertung invasiver gebietsfremder Tierarten vorhanden ist, das klare Strategien für Prävention, Intervention und öffentliche Information umfasst.
  • Sollte ein derartiges Monitoring nicht existieren, so zeigt sie auf, welche Schritte erforderlich sind, um ein effektives Monitoring aufzubauen. Dabei sollen vor allem die Koordination innerhalb der Stadtverwaltung, die Zusammenarbeit mit Fachstellen (wiss. Einrichtungen, Naturschutzverbände, lokale Organisationen) sowie die Entwicklung rascher Eingriffsmöglichkeiten durch Aktionspläne fokussiert werden. Ziel sollte sein, die Berücksichtigung invasiver Tierarten in Stadtplanung und Pflegekonzepte zu integrieren – bei Begrünungsmaßnahmen, der Pflanzenauswahl, dem Baustellenmanagement oder der Pflege öffentlicher Flächen.

Details

Datum:
07. August 2026

Antragsteller:

Dr. Otto Heimbucher

Bearbeitungsstatus

offen

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