Superblock in Gostenhof evaluieren – Sorgen und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadt-teils ernst nehmen

Die Idee klingt nach wie vor gut: Ein Superblock ist ein abgegrenztes Stadtgebiet, in dem der Durchgangsverkehr eingeschränkt wird und Rad- sowie Fußverkehr Vorrang haben. Durch Poller, Pflanzkübel oder Diagonalsperren entsteht mehr Aufenthaltsqualität, gleichzeitig entstehen neue Räume für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, Spielbereiche, Hochbeete, Aufenthaltsflächen und Außengastronomie.

Der Stadtrat hat das Konzept am 13. März 2025 beschlossen; die Superblocks in Gostenhof wurden im Sommer 2025 umgesetzt und sollen zunächst für ein Jahr auf Probe beibehalten werden. In Gostenhof wurden Straßen wie die Denisstraße und Austraße in Fußgängerzonen umgewandelt, ehemalige Parkplätze dienen nun als Verweilflächen.

Das eigentliche Ziel war es, öffentlichen Raum an die Menschen zurückzugeben. Dieses Ziel gilt nach wie vor – unideologisch und am Wohl der dortigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Wirtschaft und Gastronomie vor Ort orientiert. Superblocks sind kein Selbstzweck, sondern sollen Verbesserung des Wohnumfeldes mit sich bringen – für alle.

Seit kurzem wird die Kritik der Menschen vor Ort aber lauter; die Beteiligung sei unzureichend gewesen, die Parkplatzsituation sei noch viel schwieriger geworden, Handwerker und Gewerbetreibende seien die größten Verlierer. Diese Kritik geht weit über die bei einer solchen Maßnahme zu erwartende Diskussion hinaus. Daher stellt sich Frage, ob die Superblocks in ihrer aktuellen Ausprägung sinnvoll sind und nach wie vor die erwarteten Vorteile die Nachteile überwiegen.

Die ohnehin beschlossene Evaluation nach einem Jahr darf aber vor dem Hintergrund der Sorgen vieler Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Wirtschaft nicht einfach abgewartet werden. Dazu gehört insbesondere auch eine systematische Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort. Von eben dieser Politik wird Problemlösung statt Ideologie erwartet.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

Die Verwaltung berichtet über erste Erfahrungen mit den Superblocks. Dieser Bericht umfasst:

  • eine erste verkehrsplanerische Bewertung
  • eine Auswertung über die Entwicklung der Verschmutzung und Vermüllung der Bereiche
  • eine Auswertung der Zahlen der Verkehrsüberwachung und der Polizei bezüglich Park- und Verkehrsverstößen in den betroffenen Bereichen und deren Umfeld (z.B. aufgrund Parkraumverknappung)
  • eine Auswertung der VAG über evtl. Veränderung im Nutzungsverhalten beim ÖPNV vor Ort
  • einen Verwendungsnachweis über die bislang eingesetzten Haushaltsmittel

Das Referat für Wirtschaft und Wissenschaft befragt die Gewerbebetriebe und Gastronomie vor Ort zu deren Erfahrungen und Bedürfnissen im Zusammenhang mit der Einführung der Superblocks.

Zusätzlich wird eine schriftliche Befragung aller Anwohnerinnen und Anwohner im betroffenen Superblock-Gebiet durchgeführt, um deren Erfahrungen, Einschätzungen und Verbesserungsvorschläge systematisch zu erfassen.

Details

Datum:
20. März 2026

Antragsteller:

Claudia Bälz

Helmine Buchsbaum

Daniel Frank

Bearbeitungsstatus

offen

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