Bionic Urban Trees: Kreative und innovative Lösungen zur Luftreinhaltung

Demnächst wird die neue Luftqualitätsrichtlinie der EU über die Novellierung der BlmSchV in nationales Recht überführt. Dadurch werden die Jahresmittelgrenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub strenger. Werden die Grenzwerte nicht eingehalten, drohen Klagen.

Zur lokalen Luftreinhaltung in urbanen Ballungsräumen gibt es mittlerweile durch verschiedene Start-Ups und kleinere Firmen innovative Lösungsvorschläge – beispielsweise hat die Firma „BiomiTech“ einen Bionic Urban Tree entwickelt, der auf der Basis von Photobioreaktoren durch Mikroalgen Luft reinigt.

Dabei nutzen die Mikroalgen mittels Photosynthese CO₂ sowie bestimmte Luftschadstoffe (ins-besondere NOₓ, CO und Feinstaub) und erzeugen daraus Sauerstoff und Biomasse. Über ein Belüftungssystem wird die Stadtluft durch den Reaktor geleitet. Die Technologie eignet sich für Verkehrsknotenpunkte, Tunnelportale, Industriegebiete oder Plätze mit wenig Raum für klassische Begrünung. Sie kann auch an verkehrlichen Hotspots zum Einsatz kommen, wo Tempolimits nicht umgesetzt werden können.

Insofern die im Prozess entstehende Algenbiomasse als Biogas oder anderes biobasiertes Produkt weitergenutzt werden kann, erfüllen die Bionic Urban Trees darüber hinaus den Anspruch einer kreislauforientierten Ressourcennutzung.

Auch wenn Bionic Urban Trees – oder ähnliche Systeme wie der vertikale Moosgarten der deutschen Firma Greencity Solutions – weder großflächige Stadtbegrünung noch Maßnahmen wie Verkehrsreduktion oder die Pflanzung großer Straßenbäume ersetzen können, stellen sie eine ergänzende technische Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität an lokalen Belastungsschwerpunkten dar.

Wir stellen daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt,

 

  • zu prüfen an welchem Standort im Zentrum des Stadtteils Lichtenreuth ein Quartiersparkhaus wirtschaftlich und städtebaulich sinnvoll realisiert werden kann. Alternativ können auch Randbereiche entlang der Brunecker Straße mit einer akzeptablen Entfernung in Betracht gezogen werden.
  • den mittelfristigen Stellplatzbedarf für unterschiedliche Nutzergruppen (z.B. Bewohner, Beschäftigte etc.) darzustellen und dabei die Entwicklung der UTN sowie weiterer Bauabschnitte zu berücksichtigen.
  • zu untersuchen, ob ein Quartiersparkhaus auch als Mobilitätshub mit Carsharing, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, sicheren Fahrradabstellanlagen sowie weiteren Mobilitätsangeboten kombiniert werden kann.
  • zu prüfen, ob und in welcher Form die Parkplätze von Supermärkten in das Parkkonzept integriert werden können.
  • mögliche Betreibermodelle (z.B. mit privaten Investoren, wbg) eruieren und Lösungsvarianten aufzuzeigen.

Details

Datum:
20. Juli 2026

Antragsteller:

Dr. Otto Heimbucher

Bearbeitungsstatus

offen

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